Systemwandel in der Landwirtschaft

Veranstaltungsreihe im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2020
Systemwandel in der Landwirtschaft – Agrarpolitik geht uns Alle an.
In unserer Landwirtschaft steckt viel Potenzial für die dringend nötige Wende hin zu mehr Klimaschutz und Gemeinwohl. Engagierte Bäuerinnen, die auf regionale Qualitätserzeugung setzen, Agrarpolitikerinnen und die Solidarische Landwirtschaft zeigen uns, wie wir Produktion und Konsum für die Erzeugerinnen auskömmlich und ohne Umweltbelastung gestalten könnten. Doch die Ausrichtung der Subventionen durch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) belohnt statt gesellschaftlich erwünschter Leistungen für Umwelt-, Klima- und Tierschutz bisher Wachstum und Exportorientierung mit kostenorientierter Spezialisierung und Rationalisierung. In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe diskutieren wir mit Akteurinnen aus Landwirtschaft und Politik
die Voraussetzungen und Bedingungen für eine Agrarwende.


Kooperationspartner: Münchner Ernährungsrat e.V.; Parents For Future; Urbane Gärten München; Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, LV Bayern e.V.; Attac; EineWeltHaus e.V.


Teil 1)

Film „Weiloisirgendwiazamhaengd“
Donnerstag 10. September, 19 Uhr im EineWeltHaus München, Schwanthaler Str. 80
Filmvorführung von „weiloisirgendwiazamhaengd“, produziert vom Agrarbündnis Berchtesgadener Land/Traunstein

In der Doku erfahren wir, warum unser Konsumverhalten und die durch falsche politische
Weichenstellungen immer intensivere Landwirtschaft negative Auswirkungen auf die ganze Welt haben – lernen aber auch Alternativen zur Weltmarktorientierung kennen; etwa durch eine Re-Regionalisierung der Landwirtschaft.
Gertraud Angerpointner ist Öko-Bäuerin, Volkswirtin und AbL-Landesvorsitzende. Als Protagonistin des Films steht sie uns im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung.


Teil 2)

Online-Podiumsdiskussion: „Agrarwende gemeinsam gestalten – Alternativen zur aktuellen Agrarpolitik“ Montag, 14. September, 19 Uhr (Teilnahmelink erhalten Sie nach Anmeldung, Fragen aus dem Publikum werden in die Diskussion per Chat mit einfließen)
2020 wird voraussichtlich die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP) für die kommenden sieben Jahre festgelegt. Deren Neuausrichtung hat weitreichende Konsequenzen darauf, wie unsere Lebensmittel künftig produziert werden, ob die Ressourcen der kommenden Generationen geschont werden, Umwelt- und Klimaschutz als systemrelevant gelten, die Beschäftigten im Lebensmittelsektor fair entlohnt werden und die bäuerliche Landwirtschaft überleben wird.
Wir wollen ausloten, welche Alternativen es zur aktuellen EU-Agrarpolitik mit ihrem Fokus auf die Flächenförderung gibt. Werden die Strategien der EU-Kommission zu „Green Deal“ und „Farm-to-Fork“ in die Reform der Agrarpolitik einfließen? Kann die Honorierung von Gemeinwohlleistungen zusammen mit der Sicherstellung angemessener Einkommen durch kostendeckende Erzeugerpreise den Strukturwandel und das Höfesterben stoppen?


Teilnehmerinnen der Online-Podiumsdiskussion sind: Bio-Gärtner und Gemeinwohl-Aktivist Harro Colshorn, Öko-Bäuerin und AbL-Landesvorsitzenden Gertraud Angerpointner, Pressesprecher Oberbayern der Bauerninitiative „Landwirtschaft verbindet Bayern e.V.“ Andreas Bertele, Leiter des Referats Europapolitik, GAP im Bayerischen Staatsministerium Anton Hübl, Referent für Agrarpolitik und Parlamentsarbeit des Bayerischer Bauernverbands Stefan Meitinger

Teil 3)

„Landwirtschaft im Fadenkreuz globaler Wertschöpfungsketten“ Montag, 21. September, 19.30 Uhr im EineWeltHaus München, Schwanthaler Str. 80

Die derzeitige Art von Tierhaltung und Landbewirtschaftung steht in der Kritik. Die Bäuerinnen fühlen sich an den Pranger gestellt und von bürokratischen Auflagen drangsaliert.
Harro Colshorn – Bioland-Gärtner und Gemeinwohlunternehmer aus dem Landkreis Rosenheim – zeigt auf, in welchem Fadenkreuz weltweiter Wertschöpfung und Finanzinvestitionen die Landwirtschaft steht. Das reicht vom Sojaanbau in Südamerika, für das Menschen vertrieben und Urwälder gerodet werden, geht über Milchseen und Düngeprobleme in Europa bis zu Fleischexporten nach Afrika und treibt die dortigen
Bäuerinnen in die Armut. Für einen Weg zu einer ökologisch nachhaltigen und sozial gerechten Landwirtschaft bedarf es Änderungen an vielen Stellschrauben in Verbindung mit einem grundlegenden Wandel im Wirtschaftssystem. Diese Aufgabe können Bäuerinnen, Verbraucher*innen und Berufsgruppen im Umfeld der Landwirtschaft nur gemeinsam und mit politischer Unterstützung bewältigen.


Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden willkommen. Jede Veranstaltung kann einzeln besucht
werden.
Eine verbindliche Anmeldung für jede Veranstaltung ist erforderlich (bis jeweils 1 Tag vorher).
Es gelten die aktuellen Corona-Sicherheitsregeln.

https://www.einewelthaus.de/veranstaltungen/aktuelle-veranstaltungen/
https://klimaherbst.de/kalender/2020-09/
Anmeldung und weitere Infos: info@urbane-gaerten-muenchen.de

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