Fahrt nach Berlin

Schon zum 7. Mal fand unter diesem Motto eine Großdemonstration während der „Grünen Woche“ in Berlin statt.
18.000 Landwirte, Imker, Umweltschützer und Tierschützer und viele vor allem junge Verbraucher haben gemeinsam für eine ökologischere, ressourcenschonende, sozialverträgliche und tierschonende Landwirtschaft demonstriert.

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Auch aus den Landkreisen Traunstein, Berchtesgaden und Miesbach hat sich ein Bus auf den Weg gemacht. Die Fahrt hatte der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) Traunstein und Berchtesgadener Land (dessen Mitglieder auch noch das Milchsymposium in Berlin besucht haben), das Agrarbündnis BGL/TS und der Bund Naturschutz Traunstein organisiert.
Das Treffen wurde auch zu einem intensiven Meinungsaustausch über die Probleme genutzt, die den Landwirten bei ihrer täglichen Arbeit unter den Nägeln brennen.
„Unsere Landwirte haben es verdient, für gesunde Lebensmittel, die naturverträglich und ressourcenschonend produziert werden, einen fairen und kostendeckenden Preis zu bekommen“, gab der Sprecher des Agrarbündnisses Leonhard Strasser als einen Grund für die gemeinsame Fahrt nach Berlin an. Sepp Hubert und Liesi Aschauer vom BDM geht es um das Überleben der Milchviehbetriebe: „Ein Grundsatz der Betriebswirtschaft ist die an eine Nachfrage angepasste Produktion, um den Preis halten zu können. Ein Mindestlohn und ein kalkulierbares Einkommen sind dabei selbstverständlich. Das muss auch für die Milchbauern gelten, egal ob konventionell oder biologisch!“
Der Demeterbauer Alois Hainz aus Obing fordert die Bauern zum Einsatz von Futtermitteln aus dem eignen Hof auf. „Nur mit einem regionalen Nährstoffkreislauf kann grundwasserschonend und bodenschonend produziert werden.“
Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz Traunstein fährt ebenfalls seit Jahren mit Mitgliedern ihrer Kreisgruppe zur Demo nach Berlin. „Wir müssen unsere Natur und unsere Lebensgrundlagen schützen und sind zudem auf die Produktion gesunder, regionaler Lebensmittel angewiesen. Auch für die Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel brauchen wir alle noch produzierenden Landwirte. Wir haben noch eine kleinteilige Landwirtschaft mit Grünland, Biotopstrukturen, Streuobstwiesen und auch Artenreichtum im Wald und müssen uns für den Erhalt dieses „Schatzes“ einsetzen. Dafür brauchen die Landwirte nicht nur dringend eine grundlegende Veränderung in der Agrarpolitik, sondern auch die Unterstützung der Verbraucher“.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass auch diese gemeinsame Fahrt viel zum gegenseitigen Verständnis beigetragen hat. Das ist Leonhard Strasser wichtig: „Es ist ein Anliegen des Agrarbündnisses, dass die Verbraucher und die Landwirte in unserer Region gemeinsam unsere Form der Landwirtschaft und damit unsere Landschaft erhalten und ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden.“

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