Die Zukunft pflanzen – Bio für neun Milliarden

Weibhausen. (Agnes Thanbichler) Es geht also doch: Ohne Kunstdünger und ohne Pestizide und erst recht ohne Gentechnik Die Gruppe Attac-Rupertiwinkel zeigte in der Gaststätte Alpenblick in Weibhausen den Dokumentarfilm “Die Zukunft pflanzen – Bio für neun Milliarden” von Marie-Monique Robin. Anschließend gab es einen Meinungsaustausch. Den freien Eintritt haben ca. 50 Besucher wahrgenommen. Die Frage im gezeigten Dokumentarfilm war: Stößt die jetzige Landwirtschaft, basierend auf Kunstdünger und Pestizideinsatz an Grenzen, wenn es darum geht, eine Weltbevölkerung von 9 Milliarden zu ernähren und gleichzeitig die Umwelt zu erhalten? Trotz allen wissenschaftlichen Fortschritts und einer vorherrschenden intensiven und industrialisierten Landwirtschaft ist es bis heute nicht gelungen, den Hunger auf der Welt zu besiegen. Noch immer leidet ein Sechstel der Erdbevölkerung darunter. Dabei wäre Nahrung für alle da, meint die Filmemacherin Marie-Monique Robin. Anhand von Beispielen aus Mexiko, Japan, Malawi, Kenia, Senegal, den USA und mehreren europäischen Ländern veranschaulicht Robin, dass radikales Umdenken gefordert ist und dass die Lebensmittelkette anders verwaltet und organisiert werden muss – und kann, um dem Hunger in der Welt Abhilfe zu schaffen. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass den Bauern – und nicht nur den Großproduzenten unter ihnen – wieder eine Schlüsselrolle in der für die Zukunft der Menschheit unabdingbaren Entwicklung zugebilligt wird. In der anschließend sehr sachlich und lebhaft geführten Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass die letzte Woche beendete zweite FAO-Konferenz der UNO deutlich gemacht hat, dass den kleinbäuerlichen ökologischen Betrieben die Zukunft gehört. Ein Teilnehmer prangerte den Machtmissbrauch von politischen Eliten in den Ländern des Südens und die massive Korruption dort und im internationalen Gefüge an. Auch wurde darauf hingewiesen, dass die im Film gezeigten Beispiele deutlich machten, wie große Freihandelszonen , so das geplante TTIP, CETA und EPA(zwischen Europa und Afrika) nur dem Gewinn der Großkonzerne dienen und dem Weg zu einer gerechten und auf Ausgleich bedachten Weltwirtschaft und somit einer friedlichen Zukunft in keiner Weise dienen. Als negatives Beispiel diene das NAFTA – Abkommen zwischen USA, Kanada und Mexiko, das zu massiven Verwerfungen in den USA und vor allem bei den mexikanischen Bauern geführt habe. Der Gier der mächtigen Großkonzerne sei ein Schutz-Protektionismus von kleinen Einheiten entgegenzusetzen, wolle man die Schere zwischen Armen und Reichen nicht weiter aufreißen, wurde angemahnt. Betont wurde die ökologisch-positive Erkenntnis, den Fleischkonsum zu reduzieren, sowie die Bedeutung der Verbraucher, die mit ihrem Kaufverhalten mit entscheiden würden, welche Lebensmittel produziert werden. Zustimmung fand auch der Vorschlag, häusliche Gärten für den Gemüse- und Obstanbau zu nutzen. Und nicht zuletzt wurde dazu ermuntert, das Modellprojekt der Ökoregion um den Waginger See, als große Chance zu betrachten: Einerseits für den Erhalt der bäuerlichen Betriebe und zum Entstehen eines regionalen Wirtschaftskreislaufes und andererseits für die Verbraucher mit hervorragenden Lebensmitteln und Dienstleistungen aus der heimischen Region.
Jeder habe die Möglichkeit, durch sein persönliches Verhalten zum Gelingen dieses Vorhabens beizutragen. Der zum Nachdenken anregende Abend wurde beendet mit einem Zitat von Albert Einstein. Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir Universum nennen, ein in Zeit und Raum begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle, als etwas vom Übrigen Getrenntes, eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unsere persönlichen Bedürfnisse und die Zuneigung zu einigen uns nahe stehenden Personen einschränkt. Es muss unsere Aufgabe sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien, indem wir den Kreis unseres Seins, unseres Mitgefühls ausweiten, sodass es alle lebenden Geschöpfe und die gesamte Natur in ihrer Schönheit umfasst. Im Internet kann man sich den eindrucksvollen Film ansehen. Suchwörter sind: vimeo Zukunft pflanzen

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