Wir waren in Berlin

BGLer und Traunsteiner mit 33000 gegen gegenwärtige Landwirtschaft
Foto: AlbrechtBGL / Traunstein. (al) Viele Mitglieder des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland) und des Agrarbündnisses BGL/TS aus dem BGL und Traunstein halfen mit, dass statt der vorher angekündigten Teilnehmerzahl von etwa 10000 gut 33000 den Bahnhofvorplatz, das Regierungsviertel und die umliegenden Straßen bei der Demo; „Wir haben es satt“ bevölkerten. Die 33000 waren aus allen Teilen Deutschlands nach Berlin gekommen, um ihren Unwillen an der gegenwärtigen Agrarpolitik, vor Allem der Bundesregierung und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, kundzutun. Insgesamt etwa 100 Organisationen hatten aufgerufen sich an der Kundgebung zu beteiligen.
Insbesondere die durch Landwirtschaftsminister Schmidt erwirkte Verlängerung für die Verwendung des Herbizids Glyphosat wurde bei der Demo angeprangert. Es seien nicht nur die durch die Verwendung solcher Pestizide entstehenden Gefahren für Menschen die der gesamten Gesellschaft Sorgen bereiten sollten, meinten die Sprecher auf der Demo. Genauso wichtig sei der Verlust von für die Bestäubung von Pflanzen und Bäumen unerlässlichen Insekten, wie den Bienen. Es waren aber auch andere Themen und Probleme, wie die Massentierhaltung, oder die ungezügelte Bebauung landwirtschaftlicher Flächen mit Industrieanlagen, die zur Sprache gebracht wurden. Um eine sowohl für Mensch, Tier und die Umwelt generell unbedingt nötige Wende in Politik und Wirtschaft zu erreichen, sei ein radikales und schnelles Umdenken vonnöten, war die einhellige Botschaft der Kundgebung. Es waren aber nicht die Bauern, wenigsten nicht jene in der kleinstrukturierten Landwirtschaft, die als Feindbild dargestellt wurden, sondern die industriellen Mega- Anlagen. Es sollte die bäuerliche Landwirtschaft sein, die von der Politik gefordert würde, damit die Höfe in einer Natur- und Tierverträglichen Weise bewirtschaftet werden und die Bauern von den Erträgen ihrer Produkte ein auskömmliches Leben führen könnten, meinten die Demonstranten.
Das bekräftigten auch die Sprecher auf der Kundgebung. So meinte der Geschäftsführer von „Campact“, Christoph Bautz, „Der Einstieg in die Agrarwende muss mit dem Ausstieg aus der Pestizidnutzung beginnen“. Dirk Behrendt, Justiz- und Verbraucherschutzsenator in Berlin plädierte für eine Kehrtwende in der Agrarpolitik; „Was in den Ställen passiert, ist nicht mir Tierschutz vereinbar“, sagte Behrendt. Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND in Deutschland ging noch weiter mit seiner Forderung nach einer kompletten Kehrtwende und einem grundlegenden Umdenken in der Agrarwirtschaft und der Gesellschaft als Ganzer, die ohne das vernichtende Konkurrenzdenken und der Forderung nach fortwährendem Wachstum auskommen sollten.
Diesen Forderungen schlossen sich auch die Agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen im bayerischen Landtag, Gisela Sengl und Maria Noichl, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament für die SPD an, die ebenfalls auf der Demo waren. Jedenfalls verließen die Demonstranten aus dem BGL und Traunstein die Kundgebung mit der Gewissheit, durch ihre Anwesenheit einen weiteren Anstoß gegeben zu haben, die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft zum Umdenken hinsichtlich der Landwirtschaft zu bewegen und die lange Fahrt nach Berlin nicht umsonst war.

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