Agrarbündnis BGL / TS bei der Demo “ Mir ham`s satt “ in München

Auch Agrarbündnis BGL / TS zeigt in München „Mia hams satt“

BGL / TS / München. (al) Unter den mehr als 8000 Demonstranten, die sich neulich an der Demo „Mia hams satt“ auf dem Odeonsplatz und nach einem Marsch zur Staatskanzlei zu einer Schlusskundgebung dort eingefunden hatten waren auch viele aus dem BGL und Traunstein. Das „Agrarbündnis BGL / TS“ hatte zur Teilnahme aufgerufen und in einem fast voll besetzten Reisebus waren die BGL / Trausteiner von der Chiemgauhalle aus gestartet und nach München gekommen. Zusammen mit den mehr als 8000 Demonstranten aus ganz Bayern und einem breiten Spektrum aus 12 Träger- und über 30 Unterstützerorganisationen, das sich aus Bauern-, Verbraucher-, Umweltschützer-, Imker- und Gegner von Massentierhaltungsorganisationen gebildet hatte, ließen auch die BGL / Traunsteiner keinen Zweifel daran, dass sie die gegenwärtig gängige Agrar- Verkehrs- und Sozialpolitik satt haben.

Unter den Sprechern, die diese gängige Politik ankreideten war auch Gertraud Gafus aus Anger, die stellvertretende Bundesvorsitzende der AbL. Zudem sprachen der Bundes- und Landesvorsitzende des Bund Naturschutz, Prof. Dr. Hubert Weiger, der Bundesvorsitzende des BDM (Bund Deutscher Milchbauern), Romuald Schaber, Christine Margraf von „AufgeMUCkt, die Vorsitzende des Imkerverbandes Rhön-Grabfeld, Sonja Heinemann, Boniface Mabanza, aus der demokratischen Republik Congo und Professor in Frankreich, für Miserior, Mission Eine Welt und die Menschenrechtsorganisation FIAN, Anton Reinhardt von „Slow Food Jugend“, Ruth Heeren vom Bund Naturschutz und bei der Abschlusskundgebung vor der Staatskanzlei, Ludwig Sothmann, Landesvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz. Zwischen den Redeblöcken sorgten Trommler, eine Volkrockband und eine Classic-Rock-Band für musikalische Unterhaltung.
Prof. Dr. Hubert Weiger machte den Auftakt mit der Feststellung, es müsse verhindert werden, dass durch ein Freihandelsabkommen mit den USA Gentechnik, Hormonfleisch und gefährliche Chemikalien auf dem Tisch der Verbraucher landen. „Es darf nicht zugelassen werden, dass in internationalen Schiedsgerichtsverfahren in Zukunft gegen unsere Regierung geklagt werden kann und demokratisch beschlossene Gesetze den Gewinninteressen internationaler Konzerne geopfert würden“, sagte Prof. Weiger.
Der Bundesvorsitzende des BDM, Romuald Schaber stellte fest, die Landwirtschaftspolitik der EU sei bisher, sowohl aus Sicht der Bauern, als der Verbraucher, völlig einseitig auf die Belange der Industrie orientiert. „Die Milchbauern haben diese ausbeuterische und ruinöse Politik satt“, beteuerte Schaber. Jetzt wo es in Brüssel endlich einen kleinen Lichtblick gebe, arbeite die Bundes- und Teile der Landespolitik in Deutschland aber schon wieder gegen diese Aussichten, ließ Schaber wissen.
Gertraud Gafus sieht große Gefahren durch ein Freihandelsabkommen mit den USA auf uns zukommen. Schon jetzt seien wir nicht gut genug geschützt, findet, dem Beifall auf dem Odeonsplatz zufolge nicht nur Gafus. Gafus forderte Ministerin Aigner dazu auf, endlich in Entscheidungen auf Bundesebene ganz klar die Neuzulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen abzulehnen. „Ein schönes Dirndl reicht nicht aus, Frau Aigner, um uns zufrieden zu stellen“, meinte Gafus.

Gertrau Gafus, AbL

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der AbL, Gertraud Gafus aus Anger bezeichnete die Gentechnik als Unnötig und gefährlich und schürte Zweifel an einem Freihandelsabkommen mit den USA.

Viel Beifall erhielt auch Boniface Mabanza für seine Feststellung: „Das Recht auf Leben kann erst Wirklichkeit werden, wenn die Schreie der hungernden Kinder mehr Aufmerksamkeit bekommen, als das Geschrei der Banken“. Mabanza artikulierte auch sehr gut die Zusammenhänge zwischen den Soja Monokulturen, für die in Südamerika Urwald zerstört wird, der europäischen Futtermittelindustrie, die dieses Soja importiert und der EU Politik, die die Überproduktion an Lebensmitteln subventioniert, mit deren Export Bauern in Afrika ihre Lebensgrundlagen zerstört werden.
Anton Reinhardt, von der „Slow Food Jugend“ forderte ein Ende der Schnäppchenjagd bei Discountern und ein Bündnis von Menschen, die Nahrungsmittel Mensch-, Tier- und Naturgerecht erzeugen. Ruth Heeren vom Bund Naturschutz meinte gesundes Essen dürfe kein Luxusgut sein. „Verbraucher und Konsumenten haben ein Recht auf Lebensmittel, die frei sind von Pestiziden, Gentechnik und Medikamenten“, sagte Heeren. Christine Margraf von „AufgeMUCkt“ verlangte ein Ende der „Straßenbau Orgie“, die 17 Milliarden Euro kosten soll, sowie die Aufgabe der Planung der dritten Startbahn am Flughafen München, die Niemand brauche. Die Imkerin Sonja Heinemann sagte Imker wollen die Ausbringungen von Pestiziden und Neonecotinoiden verhindern, durch die Bienen ihre Orientierung verlieren. Sie forderte auch Ausgleichsflächen für Maismonokulturen durch Blütenwiesen.
Nach dem Marsch vor die Staatskanzlei, der angeführt wurde von etwa 50 Traktoren, sagte Ludwig Sothmann in einem Appell an die Politik sie solle Schluss machen mit dem Ausverkauf von Gemeingütern und endlich eine Politik, die den Menschen nützt und nicht der Agrarindustrie. „Wer der Welt der Massentierhaltung, genmanipulierten Organismen und ästhetischen Banalisierung unserer Heimat dient, kann nicht unser Vertreter sein und dient nicht dem Wohl des Volkes“, meinte Sothmann zum Beifall der Tausenden abschließend.
Beate Rutkowski, die Vorsitzende des Bund Naturschutz Traunstein und Leonhard Strasser, der Organisator des Agrarbündnisses BGL / TS, freuten sich auf der Heimfahrt über den Erfolg des Agrarbündnisses BGL / TS, das so viele verschiedene Gruppen und Organisationen zusammengeführt habe und damit viel mehr erreichen könne, als jede dieser alleine.

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