Bodenbiologie, Alternative zur Agrarchemie?

Das Agrarbündnis lädt ein zum Vortrag mit anschließender Diskussion

Jens Petermann

 

Bodenbiologie, Alternative zur Agrarchemie?

am Donnerstag, den 26. Oktober 2017
um 20 Uhr, Gasthaus John, Obing

Der Brandenburger Landwirt Jens Petermann hatte im Jahr 2007 mit massiven Erosionen zu kämpfen. Ausgelöst wurden sie durch Regenfälle – und durch mangelndes Bodenleben. Für Jens Petermann ein Schlüsselerlebnis. In den folgenden Jahren befasste er sich intensiv mit dem Boden und der Frage, wie man ihn in der Landwirtschaft möglichst gut behandeln kann

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Wie Wirtschaft und Handel die Kunden für dumm verkaufen

Das Agrarbündnis BGL/TS

lädt ein zum Vortrag und anschließender Diskussion mit

 

Sina Trinkwalder

über ihr Buch

„Fairarscht“

Wie Wirtschaft und Handel die Kunden für dumm verkaufen

 

am Mittwoch, den 18. Oktober 2017

um 20 Uhr, Gasthaus Alte Post, Teisendorf

Warensiegel für ökologischen Anbau, faire Produktions- und Handelsbedingungen geben ein gutes Gefühl. Doch die größten Umsatzteile kommen auch dort nicht, wo mit Fairness geworben wird, den Erzeugern in der Dritten Welt zu gute. Sina Trinkwalder, eine der profiliertesten und streitbarsten deutschen Unternehmerinnen, spricht Klartext: Wer profitiert am reinen Gewissen? Wie werden Bauern und Handwerker tatsächlich behandelt? Was sind die blutigen Seiten des Gutmenschenbusiness?
Sina Trinkwalder studierte Politik und Betriebswirtschaft in München. Nach erfolgreichem Abbruch arbeitete sie über 10 Jahre als Geschäftsführerin ihrer eigenen Werbeagentur. 2010 wechselte sie die Seiten und gründete das erste textile Social Business in Deutschland: manomama. In dieser Kleidermanufaktur werden von ehemals arbeitslosen Näher/innen innerhalb einer regionalen Wertschöpungskette ökosoziale Bekleidung und Accessoires produziert. Für ihr ökologisches und soziales Engagement wurde Sina Trinkwalder mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.        Die Augsburger Unternehmerin Sina Trinkwalder schaut in ihrem Buch hinter die Kulissen der Warenwelt.

  • Ich bin nicht nur Vollblutunternehmerin, sondern auch Wirtschaftsaktivistin. Ich vertrete ein anderes Wirtschaftssystem, das wir auch brauchen, denn sonst fliegt uns bald alles um die Ohren. Wir befinden uns im Endstadium eines Raubtierkapitalismus, der nicht mehr lange funktionieren wird. Wir können nicht mehr länger an der Preisschraube drehen und immer mehr Produkte immer noch billiger machen.
  • Der Handel will vor allem, dass Verbraucher ständig einkaufen. Konventionelle Discounter gaukeln deshalb attraktive Preise vor. Das geht aber voll auf Kosten der Produktqualität, die immer schlechter wird. Auch die Arbeitsbedingungen der Produzenten werden durch den wachsenden Preisdruck immer problematischer, nicht nur bei den Kaffeebauern, auch bei uns.
  • Ich bin voll für Bioprodukte. Aber ich übe Kritik an der Art und Weise, wie die Biowirtschaft im gleichen System wachsen will wie konventionelle Erzeuger. Damit machen sich Bio-Marken die Wertigkeit ihrer Produkte kaputt.
  • Beim quantitativen Wachstum sind wir am Ende der Fahnenstange angelangt, jetzt muss ein qualitatives Wachstum stattfinden. In der Folge werden Produkte zwar teurer, dem Kunden bleibt aber letztendlich mehr Geld im Geldbeutel, weil beispielsweise Kleider länger halten.
  • Deshalb rufe ich dazu auf, in erster Linie regional und bio einzukaufen, aber nicht bei großen Konzernen. Denen geht es vor allem um ihre eigenen Gewinnmargen. Oft machen sie auch kleine Hersteller platt.
  • Wenn „Bio“ genauso viel kosten würde wie konventionelle Ware, dann würden alle „Bio“ kaufen. In meinem eigenen Laden hat die erste regional ökosozial hergestellte Jeans noch 180 Euro gekostet. Weil die Jeans gut laufen, können wir mehr herstellen und sie nun für 79 Euro verkaufen – mit denselben hohen Standards für Umwelt und Mitarbeiter. Meine Meinung ist, wir bräuchten Strafzölle für konventionelle Produkte. Dann hätten wir auch wieder bessere Arbeitsplätze.
  • In anderen europäischen Ländern geht die Politik neue Wege, um den Raubbau an Mensch und Natur zu ahnden, warum nicht bei uns?

Filmvorführungen „Weiloisirgendwiazamhängd“

Dienstag 17. Oktober 2017                        19.30 Uhr, Kino Herrsching am Ammersee

Montag, 23.Oktober.2017                           18.30 Uhr Fürmann Alm, Anger
Dienstag, 24. Oktober 2017                       19.30 Uhr, Pfarrheim, Farchant, Garmisch

Donnerstag, 16. November 2017           19.30 Uhr, Gasthaus Pritscher, Schaltdorf, 840088 Neufahrn / Ndb.
Donnerstag, 23. November 2017           20 Uhr, Pfarrheim Waging

Mittwoch, 28. Februar 2018                 20 Uhr, Sportgaststätte Traunreut, Veranst. Friedensinitiative


http://www.weiloisirgendwiazamhaengd.de/


„WEILOISIRGENDWIAZAMHÄNGD“ zeigt das Schöne und das Besondere unserer Heimat im Chiemgau und Rupertiwinkel.
„WEILOISIRGENDWIAZAMHÄNGD“ zeigt Menschen, Vordenker, Visionäre welche unserer Heimat ein Gesicht geben.
„WEILOISIRGENDWIAZAMHÄNGD“ zeigt aber auch, dass die immer intensivere Landwirtschaft, unser Konsumverhalten und falsche politische Weichenstellungen negative Auswirkunen auf die ganze Welt haben.
Das Agrarbündnis BGL/TS will mit diesem Film den Bauern Unterstützung entgegenbringen, der Bevölkerung einen Anstoß zum Nachdenken geben und die Politik zu verantwortungsvollen Handeln bewegen.

Idyllisches Stelldichein im Grünen, von links Schorsch Planthaler (Moderator Film), Beate Rutkowski (Bund Naturschutz), Leonhard Strasser (Sprecher Agrarbündnis)

Idyllisches Stelldichein im Grünen, von links Schorsch Planthaler (Moderator Film), Beate Rutkowski (Bund Naturschutz), Leonhard Strasser (Sprecher Agrarbündnis)

Die Alpen brennen

Anger. (al) Die Alpen sind heuer bisher verschont geblieben, von den verheerenden Feuern, die in Südeuropa, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal wüten. Dass das so bleibt, dafür setzt sich eine Organisation ein, die CIPRA heißt und eine internationale Schutzkommission für die Alpen ist. Natürlich ist diese Kommission nicht nur wegen der Feuer tätig, sondern um die Biodiversität zu erhalten und ein gutes Leben in den Alpen zu ermöglichen. Unter dem Dach von CIPRA sind mehr als hundert Vereine und Organisationen gebündelt, um diese gemeinsamen Ziele umzusetzen. Diese „Internationale Alpenschutzkommission“, wie sie auf Deutsch bezeichnet wird, wurde 1952 in Rottach Egern gegründet und hat ihren Sitz in Schaan, Liechtenstein. CIPRA arbeitet eng mit einer anderen Organisation zusammen, der in Innsbruck ansässigen Alpenkonvention, die auch gesetzgeberische Möglichkeiten hat.
Um ihren Anspruch, die Alpen zu schützen, publik zu machen und auf die Gefahren hinzuweisen, denen die fragilen Ökosysteme der Alpen ausgesetzt sind, werden jedes Jahr am zweiten Samstag im August im gesamten Alpenraum an exponierten Stellen Feuer angezündet unter dem Titel; „Die Alpen brennen“. In unserer Gegend brannte, von der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) und dem Agrarbündnis BGL / TS organisiert, eines der Feuer auf der Fürmannalm bei Anger.

Dieses Jahr wurde auf der Fürmannalm zudem ein sehr passender Film gezeigt, der ebenfalls gemacht wurde, um der Gesellschaft die Ziele einer naturverträglichen, ökologischen Lebensweise näher zu bringen. Der vom „Agrarbündnis BGL / TS“ produzierte Film; „Weioisirgendwiazamhängd“ ist inzwischen sehr populär in der Gegend und von Vielen schon gesehen worden, bei Umweltveranstaltungen, in Schulen und sogar im Kino. Seine Anziehungskraft scheint aber immer noch sehr groß zu sein, denn weit mehr als hundert Leute kamen auf die Fürmannalm, um ihn zu sehen und danach beim Feuer ihre Unterstützung für die Erhaltung der herrlichen Alpen und die Arbeit von CIPRA und das Agrarbündnis BGL / TS zu zeigen. Obwohl der Film sich insbesondere auf die wundervolle Voralpen- und Alpenlandschaft der Kreise BGL und Traunstein konzentriert, kann er durchaus auch Beispielhaft für die landschaftlichen und landwirtschaftlichen Probleme der gesamten Alpenregion gelten.
Jedenfalls gab die Fürmannalm einen perfekten Rahmen für diesen Anlass und das Zeigen des Films. Der Sprecher des Agrarbündnisses BGL / TS, Leonhard Strasser, wies auf die Verbindungen des Films und des Feuers in den Alpen hin. Nach der Filmvorführung meldeten sich Leute aus dem Publikum, um ihre Zustimmung zum Film, dem Agrarbündnis und der Idee des Alpenschutzes im Sinne von CIPRA kundzutun.
Auch der Film plädiert nämlich für die Erhaltung und Förderung einer möglichst naturnahen, ökologischen und dadurch nachhaltigen Landwirtschaft und Lebensweise generell. Erst spätnachts, nach dem fast vollständigen Niederbrennen des Feuers nahmen die meisten der Besucher Abschied von ihren Gastgebern auf der Fürmannalm, Gertraud Gafus und Georg Planthaler und machten sich auf den Weg ins Tal.